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Bundeskongress »Theaterunterricht in der Sek I ist anders!« im März 2012 in Hamburg

Maike Plath

»Spiel & Theater« 3/2012, Seite …

Das Schulfach Theater ist – dank eines jahrzehntelangen Engagements einer kleinen Gruppe von LehrerInnen – in den meisten Bundesländern Normalität geworden. Nachdem es inzwischen fast überall in der gymnasialen Oberstufe einen strukturell abgesicherten Teil der Stundentafel bildet, ist es an der Zeit, den Fokus der Aufmerksamkeit auf die Sekundarstufe I zu richten. Dort nämlich fristet das Fach Theater ein erstaunlich ungesichertes Dasein. Überall dort, wo es stattfindet, treffen die Beteiligten auf eine Vielzahl von Herausforderungen: Extrem heterogene Lerngruppen, was Sozialisations- , Kultur- und Bildungshintergrund angeht, dadurch – aber auch ganz einfach durch die pubertätsbedingte Verhaltensauffälligkeiten und Konzentrationsschwierigkeiten der Jugendlichen, und – als wäre das alles nicht schon fordernd genug- auch noch eine institutionell ungesicherte Situation. Denn: Offiziell gibt es das Fach Theater in der Sekundarstufe I in den meisten Bundesländern gar nicht. Und dort, wo es eingeführt wurde, wie z.B. im Bundesland Hamburg, ist es mit einer Vielzahl noch ungelöster Probleme konfrontiert: z.B. dem Mangel an ausgebildeten Fachlehrkräften.
Demgegenüber stehen die allseits anerkannten positiven Wirkungen dieses Unterrichtsfaches auf Heranwachsende (siehe auch unten folgende Bildungsresolution), und entsprechend die Erkenntnis, dass ein nachhaltiger „Bildungseffekt“ natürlich nur dann erzielt werden kann, wenn das Fach kontinuierlich und nachhaltig über Jahre unterrichtet werden kann. Warum also erst in Jahrgangsstufe 10 oder 11 beginnen?

In diesem Sinne verstand sich der erste Bundeskongress zu diesem Thema „Theaterunterricht in der Sekundarstufe I“ als Ideen- und Impulsgeber und zugleich als politisches Signal.

Er wurde veranstaltet am 23. und 24. März 2012 im und vom Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung Hamburg (LI) und dem Bundesverband Theater in Schulen (BV TS) mit Unterstützung der Körber-Stiftung Hamburg. Konzeptionell und inhaltlich federführend bei der Vorbereitung waren Sven Asmus (LI Hamburg) und Maike Plath (Vorstand BVTS).

Im Mittelpunkt des Kongresses, an dem insgesamt über 270 Theaterlehrer, Theaterpädagogen, Theaterwissenschaftler, Pädagogen sowie Schul- und Kulturbeamte aus der gesamten Bundesrepublik teilnahmen, stand die Bedeutung des Theaterunterrichts in der Sekundarstufe I.

In zwei Impulsreferaten von Prof. Dr. Thomas Ziehe (Leibniz Universität Hannover) und von Maike Plath (Theaterlehrerin in Berlin, BVTS) und sechs Fachforen am ersten Tag ging es um die bildungspolitische Relevanz des Theaterunterrichts und das Potential des Faches im Hinblick auf die ganz besonderen, sehr heterogenen entwicklungspsychologischen und sozialen Ausgangsbedingungen in dieser Altersstufe. Prof. Dr. Ziehe gab in seinem Vortrag erhellende Einblicke in die entwicklungspsychologisch bedingten Denk – und Verhaltensweisen heutiger pubertierender Jugendlicher.

Die sechs Fachforen setzten thematische Impulse für den Theaterunterricht, die in ihrer Aktualität und Relevanz im Hinblick auf das Thema Schulentwicklung weit über das Fach hinaus wiesen:
So behandelten die Fachforen die Themen Inklusion (Bea Baier, Karl Elbl), Interkulturalität (Prof. Dr. Wolfgang Sting), Gender (Carmen und Linda Waack), Lehrplanentwicklung (Joachim Reiß), Motivations- und Selbstermächtigungsstrategien im Theaterunterricht (Tilmann Ziemke, Maike Plath), sowie eine kritische Betrachtung kultureller Kooperationsprojekte mit Künstlern (Ania Michaelis).

Am zweiten Tag bot eine große Vielfalt von insgesamt 13 Workshops konkrete Anregungen für die Unterrichtspraxis. Näheres hierzu kann man auf der Website des LI Hamburg unter dem Punkt „Theater Klassen 7-10“ finden (li.hamburg.de/theater).

Karl Heinz Stenz dokumentierte den Kongress mit der Kamera und bot – zusammen mit einer inhaltlichen Auswertung von Sven Asmus – eine informative, anregende Zusammenfassung der Ergebnisse des Kongresses bei der Abschlussveranstaltung.

Folgerungen und Konsequenzen aus dem Bundeskongresses

1. Theaterunterricht wirkt emanzipatorisch und kann als Instrument gesellschaftlicher Selbstermächtigung verstanden werden.

2. Die Wirkungen von langfristigem, professionellen Theaterunterricht werden besonders deutlich bei sogenannten bildungsfernen Jugendlichen, welche nur in der Sekundarstufe I erreicht werden können. Sprachkompetenz, Gestus, Habitus und persönliche Ausstrahlung sind nach bereits einem Unterrichtsjahr sichtbar positiv verändert. Es wäre dringend angezeigt, diese Beobachtungen aus der Praxis von wissenschaftlicher Seite aufzugreifen und zu untermauern. Auf dieser Grundlage könnten dann auch methodisch-didaktische Konzepte noch präziser und qualitativer spezifisch für diese Altersstufe entwickelt werden.

3. Das Unterrichtsangebot an Schulen erreicht pubertierende Jugendliche kaum. Man kann daher von „verlorenen Jahren“ sprechen. Professioneller und fordernder Theaterunterricht dagegen kann diese Jugendlichen auf verschiedensten Ebenen zu extrem hohen Leistungen motivieren.

4. Professioneller Theaterunterricht ist Individualisiertes Lernen in seiner motivierendsten Form. Er erreicht, fördert und fordert Jugendliche mit unterschiedlichsten Kultur- und Bildungshintergründen und vermag unterschiedlichste Begabungen und Lernvoraussetzungen produktiv aufzugreifen und weiterzuentwickeln.

5. In der Sekundarstufe I herrschen besondere Bedingungen, die sich von der Unterrichtssituation in der gymnasialen Oberstufe massiv unterscheiden:
a) Noch größere Heterogenität durch verschiedenste soziale, entwicklungspsychologische, sprachliche, kulturelle und religiöse Hintergründe der Jugendlichen.
b) Daraus resultierende Verhaltensauffälligkeiten und Konzentrationsschwierigkeiten der Jugendlichen, aber auch
c) größere Kommunikationsbarrieren zwischen Lehrenden und Lernenden, denn: Je mehr der soziale Hintergrund zwischen Lehrendem und Lernendem differiert, desto größer die Gefahr des Scheiterns. Dies gilt insbesondere für die künstlerischen Fächer. Dies wird durch die Ergebnisse der Ü-27-Studie bestätigt, die nachweisen, dass das Herkunftsmilieu eines Jugendlichen direkte Auswirkung auf seine Rezeptionsfähigkeit in künstlerischen Fächern hat: Je instabiler das soziale Umfeld des Jugendlichen, desto größer sein Widerstand gegen Differenzerfahrungen und Irritationen im künstlerischen Prozess, umso größer aber bei gelingendem Unterricht die Bildungswirksamkeit.

6. Projekte mit Künstlern an Schulen können nur dann nachhaltige Wirkung haben, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:
a) An der Schule muss mindestens ein ausgebildeter, fachkundiger Theaterlehrer sein. Nur dann ist eine Zusammenarbeit zwischen Lehrer und Künstler auf Augenhöhe möglich, und nur dann ist sie produktiv.
b) Theaterunterricht muss an der Schule als Teil der Stundentafel strukturell fest verankert sein.
c) Schulleitung, Eltern, Kollegium und Schüler (Gesamtkonferenz) müssen ein so verstandenes, nachhaltiges Theaterprofil und darauf basierende Kooperationen befürworten und unterstützen.

7. Um einen nachhaltigen, professionellen Theaterunterricht an allen Schulformen zu gewährleisten, müssen die bisherigen Weiterbildungsmaßnahmen für Theaterlehrer erheblich ausgebaut und insbesondere um eine spezifisch auf die Bedingungen der Sekundarstufe I ausgerichtete Ausbildung erweitert werden. Besonders in den Jahrgangsstufen 7, 8 und 9, in denen sich die Pubertät am deutlichsten bemerkbar macht, wären folgende Aspekte in einer Sek-1-spezifischen Ausbildung schwerpunktmäßig zu berücksichtigen:

  1. Kleinschrittigere, enge Führung;
  2. Transparenz der einzelnen Lernziele für die SchülerInnen durch Feedbäckbögen mit konkreten, beobachtbaren Kriterien;
  3. methodische Konzepte für Sozialverhalten und Regeln für die Gruppenarbeit;
  4. kontinuierliche, kleinschrittige Einführung und ständige Visualisierung der ästhetischen Mittel des Theaters, z.B. mit Hilfe von mobil einsetzbaren Spielkarten;
  5. inhaltliche Ausrichtung an Themen und Interessenschwerpunkten der Jugendlichen (beispielsweise biografische Arbeitsweise);
  6. konkrete Arbeit an Kommunikationsstrategien und innerer Haltung des Theaterlehrers (noch spezifischere Kenntnis und vor allem Interesse an den Lebenswelten der Jugendlichen, Umgang mit Konflikten, Statusverhalten, Beziehungsgestaltung mit Jugendlichen).

8. Aufgrund der großen Veränderungen, die Schulen strukturell, personell und inhaltlich in den letzten Jahren nahezu in allen Bundesländern erleben und weiterhin erleben werden, wird eine ernsthafte Auseinandersetzung aller Lehrkräfte mit den Themen Inklusion, Interkulturalität, Projektunterricht und individualisiertem Lernen zu einer Selbstverständlichkeit. Das Konzept des professionellen Theaterunterrichts an Schulen ist auf all diesen Ebenen Vorreiter und hat in diesem Sinne Modellcharakter für eine zukunftsfähige Schule.

9. Bildungspolitische Relevanz des Schulfaches Theater in der Sekundarstufe I aller Schularten: Statistisch werden derzeit 15 bis 20 Prozent aller Jugendlichen durch das Bildungsangebot unserer Schulen nicht mehr erreicht und sind laut aktuellem nationalem Bildungsbericht „nicht ausbildungsfähig“. Diese Gruppe an Jugendlichen wird zukünftig unsere Sozialkassen belasten. Diese Jugendlichen werden als qualifizierte Arbeitskräfte signifikant fehlen. „Ihnen zu helfen, den Anschluss an die Gesellschaft zu finden, gebietet die wohlfahrtsstaatliche Moral, die Wirtschaft fordert es, schlussendlich diktiert es der Eigennutz der Bessergestellten, die sich in einem Land ohne große soziale Spannungen wohlfühlen.“ (Die Zeit, 28. Juni 2012, Nr. 27, Seite 67) Daraus folgt:

10. Theaterunterricht stellt nachweislich ein Bildungsangebot dar, das die Jugendlichen erreicht und auf vielfältigste Weise fördert und fordert und damit einen unermesslichen Beitrag leistet, zur erfolgreichen Integration – auch bisheriger Bildungsverlierer – in unsere Gesellschaft.

Basierend auf den Ergebnissen des Bundeskongresses wurde im Rahmen der Abschlussveranstaltung folgende Bildungsresolution von den TeilnehmerInnen verabschiedet:


Theaterunterricht in alle Schulen!
Kongressresolution Hamburg, März 2012

Das Unterrichtsfach Theater muss Bestandteil der kulturell-ästhetischen Bildung werden und ist insbesondere in die Stundentafel in der Sekundarstufe I aller Schulformen aufzunehmen!
 
Die Bedeutung von Bildung und Ausbildung für eine erfolgreiche Lebensgestaltung von Jugendlichen hat erheblich an Gewicht gewonnen. Bildung ist die zentrale Ressource für die individuelle und gesellschaftliche Zukunft.
Alle Jugendlichen, unabhängig von Alter, Geschlecht, Herkunft und Sozialisationshintergrund haben ein Anrecht auf persönlichkeitswirksame Bildung und kulturelle Teilhabe an der zukünftigen Gesellschaft.
Insbesondere Jugendliche aus anderen kulturellen und ethnischen, vor allem aber aus bildungsfernen Kontexten müssen in der Schule gefördert werden.
Dabei geht es nicht nur um die Vermittlung von Wissen, sondern um die Schaffung von Lebens-, Arbeits- und Erfahrungsräumen, die die Entwicklung der Jugendlichen fördern.
Eine wichtige Aufgabe besteht darin, allen Jugendlichen ihren eigenen produktiven und rezeptiven Zugang zu den Künsten zu eröffnen, also die ästhetische Bildung massiv und nachhaltig zu stärken und zugleich dauerhaft institutionell abzusichern.
Dazu bietet der Theaterunterricht besondere Möglichkeiten: Theaterspiel ist eines der machtvollsten Bildungsmittel: ein Mittel, die eigene Person zu überschreiten, ein Mittel der Erkundung von Menschen und Schicksalen und ein Mittel der Gestaltung der so gewonnenen Einsicht.
Da in der Sekundarstufe I alle Jugendlichen erreicht werden, insbesondere aus den migrantischen und bildungsarmen Milieus, ist hier die Verankerung des Unterrichtsfachs Theater in der Stundentafel umso dringender.

Der Theaterunterricht entfaltet in der Schule besondere Wirkung!

Pädagogisch und künstlerisch angeleiteter Theaterunterricht in den Schulen vermag die individuelle Entwicklung der Jugendlichen in Sinne von Selbstbestimmung und Handlungskompetenz nachhaltig zu fördern.
Der Theaterunterricht fördert mit den Mitteln der darstellenden Künste die sinnliche (leibliche) Wahrnehmung, das ästhetische Empfinden und Verstehen.
Der Theaterunterricht fördert die individuelle Persönlichkeitsentwicklung und die soziale Kompetenz.
Die künstlerische Theaterarbeit ermöglicht die Reflexion sozialer Wirklichkeiten und deren Bezug auf die eigene Person.
Der Theaterunterricht fördert den Spracherwerb und das Ausdrucksvermögen.
Im Theaterunterricht entwickeln Jugendliche kreative Formen problemlösenden Denkens.
Der Theaterunterricht fördert die Integration von Jugendlichen, die sich aus verschiedensten Gründen von der Mehrheit(sgesellschaft) ausgeschlossen fühlen.
Der Theaterunterricht fördert die Gewalt- und Suchtprävention.

Der Theaterunterricht muss durch schulische Fachlehrkräfte erteilt werden!

Wir brauchen Theater mit produktions-, rezeptions- und werkästhetischen Perspektiven als drittes künstlerisches Fach neben Musik und Kunst in der Schule. Die fachlich qualifizierte Lehrerausbildung in den Ländern an Universitäten, Hochschulen und Studienseminaren muss deshalb vorrangiges Ziel werden. Das Fach Theater kann nicht durch Kooperationsprojekte mit außerschulischen Einrichtungen oder Personen ersetzt werden. Nur auf der Grundlage eines kontinuierlichen Theaterunterrichts durch schulische Fachlehrkräfte können künstlerische Projekte mit außerschulischen Partnern nachhaltige Wirkung haben.

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aktuell

31. Oktober 2017

Eine neue Geschichte

Ich habe lange nicht geschrieben, weil ich das, was an Zeit übrig blieb (Urlaub und nachts) in etwas anderes investiert habe: Man könnte sagen, in mein neues Buch. Das stimmt. Man könnte aber auch sagen: in die nächste kleine Selbstermächtigung, oder Befreiung, oder wie auch immer...

Mehr dazu unter:
maikesblog.de




26. Juni 2017

Presse-Beiträge zum Film »Act! Wer bin ich?«

Der Film »Act! Wer bin ich?« ist angelaufen, wird aber so richtig erst ab September in den Kinos laufen, da es jetzt sehr sommerlich ist und keine günstige Kino-Zeit. Wer aber schon neugierig ist, kann sich hier schon mal ein paar Beiträge und Rezensionen zum Film anschauen…

Presse

http://www.mdr.de/kultur/videos-und-audios/video-artour/video-artour-maike-plath100.html

http://mediathek.rbb-online.de/tv/rbb-AKTUELL/Rosa-von-Praunheim-mit-neuer-Doku/rbb-Fernsehen/Video?bcastId=3907840&documentId=43705946

http://www.deutschlandfunk.de/dokumentarfilm-act-wer-bin-ich-der-mut-von-einzelnen-wird.807.de.html?dram:article_id=389044

https://www.rbb-online.de/kultur/beitrag/2017/06/interview-rosa-von-praunheim-jugendtheater-dokumentarfilm-act.html

http://www.spielfilm.de/filme/3004746/act-wer-ich-bin/kritik
https://www.rbb-online.de/kultur/beitrag/2017/06/interview-rosa-von-praunheim-jugendtheater-dokumentarfilm-act.html

https://www.rbb-online.de/rbbaktuell/archiv/20170621_2145/neue-doku-von-rosa-von-praunheim.html

Der folgende Link ist ein Beitrag vom Tagesspiegel zu unserer aktuellen Jugend-Theaterproduktion am Heimathafen: »Die Matrix der Demokratie«
Wir spielen noch heute Abend und nächste Woche am 28., 29. und 30. Juni jeweils um 19.30 Uhr auf der Studiobühne im Heimathafen Neukölln!
http://video.tagesspiegel.de/heimathafen-neukolln-lust-auf-demokratie-haben.html




09. Juni 2017

Achtung!!!
Jetzt viel besser lesbar und gut ausdruckbar:
mein neuer Blog unter maikesblog.de!

Die alten Blog-Beiträge von dieser Website sind komplett in den neuen Blog übernommen und jetzt unter maikesblog.de zu finden – vor allem aber stehen alle neuen, aktuellen Blog-Einträge ab 9. Juni 2017 unter maikesblog.de




11. Mai 2017

Filmpremiere

ACT! WER BIN ICH?
Premiere des Dokumentarfilms von Rosa von Praunheim

Mit dem Film »Act! Wer bin ich?« liefert Rosa von Praunheim ein eindrückliches Porträt der Theaterarbeit mit Jugendlichen am Heimathafen Neukölln. Sowohl die Lehrerin Maike Plath, die nach 17 Jahren ihre Verbeamtung aufgibt und dem staatlichen Schuldienst den Rücken kehrt, als auch die Neuköllner Jugendlichen setzen einem wertenden und einschränkenden Schulsystem die eigene Stimme entgegen: Was kann ich? Wie kann ich diese Welt mitgestalten? Wer bin ich? Rosa von Praunheim entdeckt und feiert in diesem Film die individuelle Strahlkraft der Jugendlichen und den Zauber der emanzipatorischen Kraft des Bildungsmittels Theater.

Premiere: 21. Juni 2017, 20:30 Uhr
Ort: Heimathafen Neukölln
Karl-Marx-Straße 141, Berlin-Neukölln

Der Film kann auch auf Ihre private Initiative über verleih@missingfilms.de (Christos Acrivulis) bundesweit in Ihr nächstgelegenes Programm-Kino geholt werden.

Zum Kinotrailer




13. September 2016

Ankündigung

Das neue Jugendtheaterprojekt am Heimathafen Neukölln:
Die Matrix der Demokratie – »Winter is coming«?
Verschärft durch die Geflüchteten-Problematik und die offensichtliche Angst vor »Überfremdung« verhärten sich derzeit überall die Positionen – und nationalistische und ideologische Positionen verbreiten sich in einem Maße, das wir noch bis vor Kurzem für völlig unvorstellbar gehalten haben. Warum vertrauen so viele unseren westlichen Grundwerten so wenig? Was können wir tun?
 
Die neue Weltunordnung macht uns Angst – wir fragen uns:
 
Wie entsteht Krieg?
Was ist Demokratie?
Wie wollen wir leben?
Was für eine Welt wünschen wir uns für unsere Kinder?
Was können wir tun?
 
Was kann Demokratie?
Können WIR Demokratie?
Warum? Warum nicht?
Was sind die Folgen?
 
Wie sieht er aus – der Geheim-Code, die Matrix der Demokratie?
 
Wir fragen Menschen in Berlin, wir filmen, wir fragen nach, wir halten fest: Was passiert gerade mit der Demokratie?
 
Was passiert gerade mit der Welt, die wir kennen?
 
Erfüllt sich der Satz aus »Game of thrones«: Winter is coming?
 
Können wir etwas tun...?
 
Das Projekt »Die Matrix der Demokratie« ist ein Recherche-Projekt. Es entstehen unter anderem: Film, Theater, Aktionen im öffentlichen Raum.
 
Probenbeginn: 12. September 2016
Proben: jeden Montag 17 bis 20 Uhr auf der Studiobühne im Heimathafen Neukölln
Premiere und weitere Vorstellungen im Juni 2017




05. September 2016

Alles Gute zum Schulanfang!

Klickt auf YouTube oder Facebook !




21. März 2016

Workshop-Angebote von Maike Plath – auch für Einzelpersonen – ab September 2016 über den Verein ACT e.V. in Berlin!!
Alle Informationen unter www.act-berlin.de

 
Die neue Jugendtheaterproduktion der ACTIVE PLAYER NK am Heimathafen Neukölln:
How long is paradise?
Die neue Theater-Produktion vom Jugendclub am Heimathafen ACTIVE PLAYER NK zum Thema Glaube

»Früher glaubte ich, dass Menschen nach dem Tod in den Himmel gehen. Deswegen stand ich an stürmischen Tagen am Fenster – voller Erwartung, dass ich jemanden beobachte, der zum Himmel aufsteigt.« (Samira, 16 Jahre)
»Ich glaube an gute und böse Bakterien.« (Can, 14 Jahre)
»Als ich sechs Jahre alt war, glaubte ich, dass die Welt vor 1980 schwarz-weiß gewesen ist – wegen der Filme und Fotos von früher.« (Zahar, 16 Jahre)
»Als ich klein war, habe ich geglaubt, dass die Schule Spaß macht.« (Sercan, 14 Jahre)
»Damals haben meine Eltern mir erzählt, dass es die sieben Dragonballs gibt. Aus diesem Grund wollte ich nicht mehr in die Schule gehen, weil ich die Dragonballs suchen wollte.« (Taher, 19 Jahre)

Was wissen wir? Was glauben wir? Woher wissen wir, was wir glauben?
Wohin gehen wir?
Was ist der Mensch? Was ist Sinn und Zweck des Lebens?
Gibt es Gut und Böse?
Wozu brauchen wir Religion?
Was brauchen wir?
Was sollen wir tun?

Die ACTIVE PLAYER NK vom Heimathafen Neukölln gehen in diesem Jahr der Frage nach dem Glauben nach und beleuchten unterschiedlichste Blickwinkel und Perspektiven auf das älteste Thema der Welt.

Von und mit:
Walid Al-Atiyat, Nancy Ortiz-Dominguez, Batuhan Seker, Berkant Karadag, Sinan Özmen, Nikolai Scheel, Andreas Denic (Kenzo ontour), Matthias Chernikov, Olga Zgiep, Yasmin Kirschner, Karolina Marcinkiewicz, Ronnie Mertens, Hala El-Nasser, Salma El-Nasser, Shirin El-Ahmad, Moritz Scheffler, Kasimir Noack, Vivien Kroyer, Arkadas Karabulut, Yussuf Kocluoglu, Luciano Daniel Rammin, Ferhat Kocaman und
Assistenz: Frederic Gülbeyaz | Fotodokumentation: Friederike Faber | Bühne: Maria Zillich, Line Wasner, Julia von Schacky | Musik-Komposition, Produktionsdesign: Moritz Degen | Künstlerische Leitung und Regie: Maike Plath, Maria Zillich
 
Premiere: 16. Juni 2016, 20 Uhr, Studiobühne Heimathafen Neukölln
Weitere Vorstellungen: 17., 18., 23., 24., 25., 30. Juni sowie 01. und 02. Juli, jeweils 20 Uhr
Alle Vorstellungen auf der Studiobühne im Heimathafen Neukölln
Eintritt: 8,00 Euro
Studiobühne Heimathafen Neukölln, 1. Stock
Karl-Marx-Straße 141
12043 Berlin
www.heimathafen-neukoelln.de

Tickets und Info: 030/56 82 13 33
karten@heimathafen-neukoelln.de

Ein Projekt von ACT e.V. und Heimathafen Neukölln, gefördert durch »Künste öffnen Welten«




16. September 2015

»Ich glaube – also bin ich«
Das neue Jugendtheaterprojekt am Heimathafen Neukölln

Das neue Theaterprojekt von ACTIVE PLAYER NK am Heimathafen hat letzten Montag begonnen!
Ein paar Live-Eindrücke:
Schau dir »THEATER BEGINNT WIEDER« auf YouTube an!




03. August 2015

Neuer Blog-Eintrag:

Der Film »Men & Chicken« als extremes und extrem kluges Lehrstück zum Thema Inklusion
Hier – oder in der Menüleiste – auf maikes.blog klicken!




24. Mai 2015

Neues auf Maikes Blog!

Neues vom Heimathafen auf Vimeo!




22. Januar 2015

Vielfalt im Heimathafen Neukölln

Maikes Blog: Blog-Eintrag 22. Januar 2015

Am Heimathafen laufen derzeit die Proben für »Kafka im Kopf«. 21 Jugendliche im Alter zwischen 12 und 24 Jahren mit verschiedensten kulturellen und sozialen Hintergründen beweisen derzeit in jeder Probe, dass Vielfalt nicht nur Spaß macht – sondern vor allem alle Beteiligten zu Höchstleistungen anspornt.




16. Juli 2014

Zwei Materialkästen zum partizipativen biografischen Theaterunterricht

Neu bei Beltz im Oktober 2014

Weitere Informationen




14. Juni 2014

»Niemand sollte mir mehr sagen können: ›Das geht nicht!‹«

Maike Plath im taz-Interview mit Anna Lehmann
taz.am wochenende vom 14./15. Juni 2014

Artikel zum Download:




24. Juni 2014

Ein neues Jugendtheater-Projekt von Mitspielgelegenheit e.V. am Heimathafen Neukölln:

»KAFKA IM KOPF«!!

Probenstart im Heimathafen am 1. September 2014!

Nach zehn ausverkauften Vorstellungen von »Tear down this classroom« geht die Jugendtheaterabteilung am Heimathafen nun in die Sommerpause.

Die Vorbereitungen für das neue Jugendtheater-Projekt am Heimathafen laufen allerdings schon auf vollen Touren.
Am Montag, dem 1. September 2014, geht es wieder los:
Mit »Kafka im Kopf«!

Alle, die Lust haben auf ein neues Theaterprojekt am Heimathafen und zwischen 14 und 22 Jahre alt sind, sind herzlich willkommen!

Am Montag, dem 1. September, treffen wir uns um 16:00 Uhr auf der Studiobühne im Heimathafen (1. Stock). Wir freuen uns auf euch!

Und darum wird es gehen:
»Jemand musste Josef K. verleumdet haben, denn ohne dass er etwas Böses getan hatte, wurde er eines Morgens verhaftet.«
(Franz Kafka, Der Prozess)

Wir stellen uns ein paar Fragen:

  • Was würdest du machen, wenn du eines Morgens ohne jeden Grund verhaftet wirst?
  • Welche Fragen würdest du dir – und anderen – stellen?
  • Würdest du für deine Rechte kämpfen?
  • Welche Rechte?
  • Was hättest du zu sagen?
  • Bist du nicht selbst Schuld?
  • Was weiß der Staat über dich?
  • Was weiß Google über dich?
  • Bist du sicher, dass du immer das Richtige getan hast?
  • Was ist das Richtige?
  • Für wen?

Was würdest du machen, wenn du eines Morgens aufwachst und feststellst:
Du bist Staatsfeind Nummer 1!




09. Mai 2014

Neue Jugendtheaterproduktion am Heimathafen Neukölln:
»Tear down this classroom«

Neun Jugendliche unterschiedlicher Kulturen aus Neukölln untersuchen den wunderlichen Kontrast zwischen dem klassischen deutschen Klassenzimmer – als stärkstem Symbol unseres Bildungssystems – und der Welt, in der sie leben und leben werden.

Premiere:  22. Mai 2014, 19.30 Uhr




30. Oktober 2013

Die Proben für das neue Jugendtheater-Projekt von Mitspielgelegenheit e.V. am Heimathafen Neukölln sind in vollem Gange. Premiere ist am 22. Mai 2014.

Tear down this classroom!!

In der vierten Jugendtheater-Produktion am Heimathafen gehen wir mitten ins Herz des deutschen Bildungssystems – in den Klassenraum – und starten von dort aus unsere Recherche. 18 Jugendliche verschiedenster Kulturen aus Neukölln untersuchen den wunderlichen Kontrast zwischen dem klassischen deutschen Klassenzimmer – als stärkstem Symbol unseres Bildungssystems – und der Welt, in der sie leben und leben werden.

Sie richten den Blick auf das Komische und Widersprüchliche in ihrem Schulalltag und stellen die Frage nach dem Sinn von Schule: Worauf soll die Schule vorbereiten? In welchem Zusammenhang stehen Schule und Gesellschaft? Was hat sich verändert? Wie könnte oder sollte Schule gegenwärtig und zukünftig sein? Brauchen wir überhaupt noch das Klassenzimmer? Wem nützt es und wem nicht?

Ausgangspunkt unserer Überlegungen ist der so berühmte – und doch im Detail erstaunlich unbekannte – Brandbrief der Rütli-Schule. Was war da eigentlich los, und was bedeutete es?

Die Jugendlichen richten nun ihre Aufmerksamkeit auf das, was damals in den Medien gar nicht vorkam: ihre eigene Perspektive.

Proben: jeden Montag von 16 bis 19 Uhr auf der Studiobühne am Heimathafen

Endproben: 19. bis 22. Mai 2014, täglich von 10 bis 16 Uhr

Premiere: 22. Mai 2014, 19 Uhr

Weitere Vorstellungen: 23., 24. sowie 26., 27., 28. und 29. Mai 2014, jeweils um 19 Uhr

Alle Vorstellungen auf der Studiobühne Heimathafen (1. Stock)




06. Juni 2013

Das neue Jugend-Theaterprojekt am Heimathafen startet
am Montag, dem 19. August 2013!!
Um 16 Uhr auf der Studiobühne im Heimathafen!

Ein Projekt von Mitspielgelegenheit e.V. und dem Heimathafen Neukölln

Für junge Menschen (13 bis 19 Jahre):

Du möchtest schauspielern, singen, tanzen, auf der Bühne stehen? Man hat dich noch nicht entdeckt? Dann wird es Zeit!

Im Theater Heimathafen Neukölln (Karl-Marx-Straße 141) kannst du dich jedes Jahr im August zu einem neuen Theaterprojekt anmelden. Nach den Sommerferien ist es jetzt wieder soweit!

Wann?  Am Montag, dem 19. August 2013, um 16 Uhr, geht es wieder los!

Wo?  Auf der Studiobühne im Heimathafen Neukölln (1. Stock).

Wenn du dabei sein möchtest, schreib mir einfach eine Mail!
mitspielen@maikeplath.de
oder komm einfach am 19. August vorbei!

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